Coco Chanel Ausstellung Hamburg

Coco Chanel in Hamburg – Geschmack und Nonchalance gemeißelt in Stein für die Ewigkeit!

Coco Chanel ist nicht tot zu kriegen. Wie viele Biografien, wie viele Filme und wie viele mehr oder weniger gute Kopien ihres berühmten Chanel-Kostüms wurden uns nun schon präsentiert. Ihr Mythos blüht – auch 43 Jahre nach ihrem Tod. Das Frauenzimmer kam aus dem Nichts und arbeitete sich bis an die Spitze, wo sie sich erfolgreich für Jahrzehnte aufhielt. Allein das ist schon bemerkenswert und ein Beweis dafür, dass es unerheblich ist, aus welcher Gesellschaftsschicht kommend sich Jemand hocharbeiten kann.

 

Coco Chanel, 1935 MKG_Chanel_Ensemble_Lagerfeld_HW_1990-91 French Fashion Designer Coco Chanel MKG_Chanel_Kostüm_HW_1968-69 MKG_Chanel_Ensemble_GabrielleChanel_1960erJahre

 

 

 

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Sie hat die damalige Mode demokratisiert. Schwere Kleider, enggeschnürte Korsetts und unerträgliche Rüschenorgien waren die Attribute für das Frauenbild Anfang des 20. Jahrhunderts. Da konnte Frau nur trippeln und froh sein, wenn sie nicht aus Luftmangel in Ohnmacht fiel. Coco Chanel setzte diesem abhängigen Leben ein “festes-auf-dem-Boden-stehen”, “Hände-in-den-Taschen” und “Kinn-gefälligst-nach-oben” entgegen. Kleider wurden zum Ausdruck der Selbstbestimmung sowie des Selbstbewusstseins, wenn möglich getragen mit einer gewissen Arroganz und Chuzpe, aber ganz bestimmt mit Attitüde und Nonchalance.

MKG_Chanel_K MKG_Chanel_Tageskleid_GabrielleChanel_1960-62 MKG_Chanel_Ausstellungsansicht_6Coco Chanel, French couturier. Paris, 1937. LIP-69Sie selbst sagte einmal, dass Eleganz Verweigerung bedeutet. Über diese Aussage kann man jetzt lange philosophieren, aber es sagt genau das aus, was zeitlebens Cocos Maxime war. Dem Althergebrachten – wenn es denn einer Menschengruppe dieser Welt nicht förderlich ist – den Rücken zu kehren und Lebenssituationen radikal zum Positiven zu ändern. Für meinen Geschmack war Coco Chanel nicht nur eine kluge Modeschöpferin und smarte Unternehmerin – was zur damaligen Zeit revolutionär war -, sondern hat sie auch dem damaligen Frauenbild mit Hilfe der Mode zur neuen gesellschaftlichen Stellung bzw. Definition verholfen. Ob man nun Chanel-Kostüme mag oder nicht, ist hier fast Nebensache, denn die Intention des Wirkens von Coco Chanel geht viel tiefer. Sie hat Frauen gezeigt, wie Kleidung wirkt und dass das Präsentieren der eigenen Person davon abhängen kann, wie andere einen wahrnehmen.

MKG_Chanel_Abendkleid-Perlstickerei MKG_Chanel_Abendkleid_GabrielleChanel-1939 MKG_Chanel_Kostüm_Lagerfeld_HW_1989-90 The Black Dress

Das Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg geht nun mit der Ausstellung „Mythos Chanel“ der sehr interessanten Frage nach, warum es einer Modeschöpferin ihres Kalibers gelungen ist, bis heute als Person wie auch mit dem Markennamen immer noch so große Aufmerksamkeit zu erlangen. Letzteres ist leicht erklärt, da – wie wir alle wissen – ein Karl Lagerfeld das Erbe der Fortführung dieses Modekonzerns übernommen hat. Wenn seine Kollektionen mit den Ideen einer Coco Chanel auch nichts mehr gemein haben, so steht aber eine Werbemaschine der heutigen trickreichen Strategien dahinter, die das Label Chanel fest auf dem Markt positioniert. Es werden Adaptionen der Chanel Klassiker gezeigt wie auch über 150 Exponate, die aus bedeutenden Sammlungen entstammen wie dem berühmten Chanel Kostüm, Schmuck und Fotografien sowie Modelle, die von Coco für Marlene Dietrich entworfen wurden.

MKG_Chanel_HorstPHorst_CocoChanel MKG_Chanel_Kostüm_Neuerwerbung(3) MKG_Chanel_Ensemble_Lagerfeld_SS1991 MKG_Chanel_Ausstellungsansicht_5Ausstellung „Mythos Chanel“

28. Februar 2014 – 18. Mai 2014

MGK Hamburg, Hamburg

Steintorplatz 1, 20099 Hamburg

Dienstag bis Sonntag: 10-18 Uhr
Donnerstag: 10-21 Uhr

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Photos via mkg-hamburg.de

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