Victoria

Victorias kluges Köpfchen“Man muss viel Geschmack haben, um dem seines Zeitalters zu entgehen.” – Théodore Jouffroy

Dem momentan angesagten Modestil habe ich mich wohl noch nie unterworfen. Und doch entgeht mir nicht, was gerade angesagt ist. Das empfinde ich als normal, vor allen Dingen, weil ich eine Frau bin. Ich will informiert sein und dann auswählen können. Entweder interessieren mich Trends oder ganz und gar nicht. That’s it!

Früher oft gemodelt, kam ich als sehr schüchterne Person der Mode näher. Das hat mir gut getan, wenn ich auch vieles nicht verstand. Schräg, unlogisch, zu abwegig und zu abgehoben. Doch die Inspiration der jeweiligen Designer und ihr Mut, dazu zu stehen, haben mich fasziniert. Und darauf kam es mir an.

atTheCourt3Allerdings habe ich mich in der Wahl meines Berufsweges von der Mode dann doch entfernt. Marketing, Product Launching und hartes Business waren durch entsprechendes Studium der Volkswirtschaft viele Jahre angesagt. Doch der Künstler in mir ist niemals recht untergegangen. Meine zweite große Leidenschaft verhalf mir, mich dem zuzuwenden, was heute zu meinem Beruf und zu meiner Passion geworden ist. Ein Studium an der Cambridge University mit Schwerpunkt „German language und society“ gab mir den richtigen Input: Literatur im Allgemeinen – Schreiben im Besonderen. Heute als Selbstständige besitze ich die Freiheit, über Themen zu schreiben, die mich interessieren. Ich liebe das Wort, den Satz, die Sprache und alle Varianten davon.

Die Entscheidung nach London zu gehen, war mit Sicherheit nicht nur eines meiner besten Schritte im Leben, sondern auch eine Inspiration schlechthin. Flair, internationales Ambiente, Vielsprachigkeit und letztendlich der Kampf, in solch einem Moloch überleben zu müssen, haben mich in meiner Entwicklung weitergebracht. Stretch yourself, wie der Brite sagt.  Vielleicht hat die Tatsache, dass ich eine Viertel-Engländerin bin, mir dabei weiter geholfen.

Heute reise ich regelmäßig zwischen England und Berlin – dort wo meine Familie lebt – hin und her. Die Unterschiede dieser beiden Kulturen bewegen mich nicht nur, sie inspirieren mich, manchmal verwirren sie mich aber auch sehr. Aber genau diese Unterschiede dieser beiden Kulturen, die sich viel näher sind als man glaubt, brauche ich, um mich weiter zu entwickeln und um lebendig zu bleiben. Viele meiner Kunden verlangen Texte von komplexen, technischen und abstrakten „Thingy-Dingys“ (wie ich es nenne). Als analytisch veranlagter Mensch fällt mir es recht leicht, diesen Wünschen nachzukommen, aber ich bin immer froh, wenn der Individualist und Künstler in mir durch meine Artikel zur Verwirklichung kommt.

Do’s: Natürlichkeit, Inspiration, Selbstreflektion, eigener Stil (der über Jahre erst entsteht), Respekt vor Natur, Tier und Mensch.

Dont’s: Verkleidung, zu starkes Make up, Übertriebenheit, Selbstverleugnung, die mangelnde Fähigkeit, nicht zu differenzieren.