Märchenstunde: Cinderella und stumme Liebe

Cinderella / Quellen: scrapetv.com und improbablefiction.files.wordpress.com

Gestern habe ich meinen Freund gequält. Nein, nicht mit Shoppen oder putzen. In der Videothek suchte mich das starke Bedürfnis heim, mal wieder einen Disney Klassiker zu sehen. Und damit meine ich Filme, aus der Kategorie „Arielle“, „Schneewittchen“, „Aristocats“ und und und. Nachdem wir den Deal „ZombieFilm gegen Disney Film“ geschlossen hatten, fiel meine Wahl nach langem Überlegen auf Cinderella. Eigentlich gar nicht mein Lieblingsfilm gewesen damals. Ich konnte mich als kleines Mädchen viel mehr mit Arielle und Schneewittchen identifizieren. Doch die Erinnerung an all den nächtlichen Glitzer, das ozeanblaue, schimmernde Kleid, haben schließlich doch gewonnen.

Kommen wir direkt zum psychoanalytisch relevanten Teil:  Der Moment, in dem der Prinz ins Spiel kommt. Da wir doch anscheinend alle liebestechnisch von Disney manipuliert sind, war ich darauf besonders gespannt. Aber das Ganze läuft so ab: Cinderella kommt mit diesem ganzen verwandelten Zeug ins Schloss, verläuft sich fast, der Prinz sieht sie, es haut ihn direkt vom Hocker, sie tanzen. Sie tanzen! Mehr nicht! Kein Liebesschwur, kein Dialog, nicht mal die Andeutung eines Gespräches. Sie tanzen. In einer Hollywood Adaption würde man keinen Robert Pattinson der Welt für diese Rolle kriegen! Das reicht für beide, sich unsterblich zu verlieben, diese mordsmäßige Aktion wegen dieses Glasschuhs aufzureißen und sich am Ende wieder zu finden und (natürlich)zu HEIRATEN! Der Prinz redet im gesamten Film kein einziges Wort, ja man sieht kaum richtig. Fazit: Der Film war toll und schön und hat nichts von seinem originalen Charme verloren. Aber: diese Disney Gehirnwäsche, der wir verfallen zu sein scheinen, muss noch weit über das „for ever after“ hinaus gehen…

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