Valentino S/S 2014 | Paris Fashion Week

Maria Grazia Chiuri und Pierpaolo Piccioli haben mit ihrer Spring/Summer Kollektion 2014 für das Haus Valentino alle Erwartungen übertroffen. Prêt-à-porter aus Paris kann wirklich tragbar sein.

Eine mehr als charmante Kollektion wurde von den beiden Modeschöpfern Maria Grazia Chiuri und Pierpaolo Piccioli vorgestellt. Die beiden kreativen Köpfe, die seit dem Jahre 2008 für Valentino als Chef-Designer arbeiten, haben sich diesmal eindeutig übertroffen. Sie sind dem eleganten Stil des Labels absolut treu geblieben, haben aber – angelehnt an Szenerien aus der Opernwelt – eine fast dramatische Vorstellung in den Tuileriengärten anlässlich der diesjährigen Fashion Week in Paris gegeben.

Ethno und Folklore sind nicht mehr wegzudenken.

Bestechend waren Kombinationen aus Ethno und Folklore der allerfeinsten – ja fast sublimierten – Art. Kostümhafte Modelle, ohne künstliche Theatralik, dafür mit intensiven Farben sowie neue und traditionelle Muster sind tonangebend in der Kollektion. Alles erinnerte an das alte Rom und die Opernwelt. Ein gelungener Mix, wenn man bedenkt, dass Opern am besten geeignet sind, Themen dieser Art künstlerisch umzusetzen. Der Fokus war allein auf die Modelle gerichtet und so gab es kein Setting, sondern nur den Catwalk. Angesichts der Farbvielfalt, der Muster und der zahlreichen folkloristischen Elemente eine weise Entscheidung.

Valentino_FW2014_DesignSchmale Silhouetten herrschten vor, die fast mädchenhaft wirkten. Lange, wallende Gewänder aus Seide, Spitze, Chiffon oder Tüll waren durchwoben mit floralen oder ethnischen Mustern, die zudem mit reichen Stickereien versehen waren. Sehr häufig wurde ein rundes Ornament verwendet, das wohl an die römische Münzkunst erinnern sollte. (Oder doch ein goldenes Skarabäuskäferchen?) Muster kamen entweder großflächig vor oder als Bordüren.

Valentino auch in Uni-Farben.

Neben den reichen Mustern wurden aber auch ausgesprochen schlichte Modelle vorgeführt – darum nicht weniger elegant. Meist lang, entweder als Kleid oder als Hosenanzug, aber ohne Jacket, wurden diese Entwürfe in weich fließenden Stoffen in Uni-Farben wie zartes Grün, Beige, dunkles Violett oder in Erdfarben gezeigt. Diese Modelle waren ein absolutes Highlight der Kollektion Spring/Summer 2014.

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Sehr interessant und effektvoll war ein neuer Hosenschnitt. Ab Kniehöhe wurden angeraffte, fließende Stoffbahnen eingesetzt, die eine aufregende, überraschende Wirkung hatten. Passend zum Thema wurden ausschließlich Römer-Sandalen mit Goldapplikationen getragen. Schwere, ziselierte Goldarmreifen, Goldhalsketten mit Amulett, die mehrmals um den Hals geschlungen waren, komplettierten diese außergewöhnlichen Stücke.

Der Haarreif mit Münzen als Keypiece.

Die Models waren alle schmalgesichtig geschminkt und hatten etwas sphärisches an sich. Haarreifen mit meist doppelreihigen Münzapplikationen, die sehr sophisticated wirkten, wiederholten das Thema der römischen Münze. Haare, seitlich über die Ohren drapiert und mit Mittelscheitel versehen, waren am Hinterkopf antoupiert.  Diese Frisuren erinnerten – wohl mit Bedacht ausgewählt – stark an den Stil der Renaissance.

Valentino_SpringSummer2014_SchmuckEine unglaublich interessante Kollektion, die eine enorme Wirkung hatte. Man glaubt vielleicht, dass Folklore allgemein in der Modebranche belächelt wird, aber was das Duo Chiuri/Piccioli hier präsentiert hat, ist nicht nur professionell, sondern zeugt von echtem Handwerk und Können.  Der alte Meister Valentino wird sich freuen.

Fotos via youtube.de.

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