Wrong! – Am I wrong? Why?

Wrong – der neuste Geniestreich von Quentin Dupieux

Auf den ersten Blick geht es um eine vermeintlich unbedeutende Geschichte. Denkt man!  Aber wer schon mal was von dem Regisseur und Musiker Quentin Dupieux gehört oder sogar sein letztes Werk Rubber als Antifilm genossen hat, der wird wissen, dass dies hier in einer Katastrophe enden wird. Und nicht nur das! Gewürzt wird es mit bizarren, absurden, skurrilen und aberwitzigen Momenten, die so im realen Leben nie passieren (können). Der Zuschauer mag allerdings nach Verlassen des Kinos genau dies in Frage stellen.

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Aber jetzt zum Film Wrong. Ein Mann – ein Hund. Dolph Springer (herrlich dargestellt von Jack Plotnick) liebt seinen Hund über alles. Doch eines Morgens muss er feststellen, dass sein Hund namens Paul verschwunden ist. Auf der Suche nach Paul gerät Dolph zusehends aus dem Gleichgewicht und steuert – wir haben es schon geahnt – ins unvermeidliche Chaos. Und nicht nur sein Leben bekommt völlig neue und ungeahnte Facetten der Verzweiflung, nein, auch andere Menschen – meist Exzentriker – werden wie von einem Sog mit hineingezogen, die Dolph langsam aber sicher in den Wahnsinn treiben. Charakteristisch benutzt Dupieux das Stilmittel, seinem Hauptdarsteller eine normale Dialogfähigkeit zu verwehren, so dass bei allen von Dolph erlebten Begegnungen eine Art Einseitigkeit entsteht, die auch gleich mit einer neuen Bedeutung verknüpft wird.  Photo1Wrong

Bei einigen Szenen habe ich mich ernsthaft gefragt, wie die Schauspieler ihre Performance so ernsthaft und überzeugend darstellen konnten, ohne sich beim Dreh vor unterdrücktem Lachen nicht selber zu Tode zu bringen. Wie es auch überraschend ist, dass kaum Proben abgehalten wurden, sondern schon nach dem zweiten oder dritten Take alles im Kasten war. Aber das ist wohl das Geheimnis, was diesen Film ausmacht. Oder sollte ich von Charme sprechen? Bei der Art dieses Films nicht ganz passend, aber wer abgehobene und desaströse Filme liebt, wird wissen, was ich meine. Eine besondere Bedeutung bekommt dieser Film durch Flat Eric, die auf keinen Fall unterschätzt werden darf. Dieser Charakter schafft es, als einziger eine völlig normale Interaktion mit menschlichen Wesen herzustellen, wobei er doch nur eine ……ach nein, das verrate ich jetzt lieber nicht.     

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Wie bei seinem dritten Antifilm Rubber hat der Franzose Dupieux, auch bekannt als der Musiker Mr. Oizo, nicht nur Regie geführt, sondern gleich ganze Arbeit geleistet, indem er das Drehbuch schrieb, den Soundtrack unterlegt und am Ende den richtigen Cut angesetzt hat. Wie er selber sagt, sieht er diesen Film als Mittel, um die Absurditäten des Lebens aufzuzeigen. Wer versucht, einen Sinn in Allem zu finden, wird schnell feststellen, dass es keinen Sinn gibt. Diese Aussage hat Dupieux mit seinem Film meisterhaft bewiesen.

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Der Film Wrong ist nichts für action-durstige Kinogänger. Man muss eine Vorliebe für leise Töne haben sowie Skurrilität. Dann allerdings ist ein Kinovergnügen garantiert!  Hier geht’s zur Homepage des Films!

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